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10 Tipps, um ein besserer Chef zu sein

Ein Freund bekam von seinem Chef an einem der ersten Arbeitstage ein Buch geschenkt, damit er verstehen sollte, „wie der Chef tickt“. Nette Geste? Vielleicht. Aber ist es wirklich die Aufgabe deiner Mitarbeiter durch eine Buchlektüre herauszufinden, wie DU tickst? Wohl kaum. Du bist derjenige, der liefern sollte. Wie das gehen kann, zeigen dir unsere 10 Tipps, um ein besserer Chef zu sein.

Zum einen sollte jedem neuen Mitarbeiter schon im Rahmen des Onboardings klar sein, was ihn in deinem Team erwartet – auch ohne aufwändige Buchlektüre. Dabei geht es nicht nur um fachliche Aufgaben und die Frage, ob es ein 13. Monatsgehalt gibt. Sondern vielmehr darum, was dich und dein Unternehmen von anderen unterscheidet. Welche Werte verkörperst du? Wie schaffst du es, kontinuierlich mit deinen Mitarbeitern im Gespräch zu sein? Hast du eine Vision für dein Team, die über die Umsatzzahlen des nächsten Quartals hinausgeht? Gibt es eine gelebte Unternehmenskultur, die den Alltag jedes deiner Mitarbeiter verbessert? Und, und, und.

Du merkst schon – um ein besserer Chef zu sein, kommt es weniger auf Lektüre, sondern vielmehr auf gelebte Kommunikation an. Wir haben hier die 10 ultimativen Tipps, wie du zum besseren Chef wirst:

Tipp Nr. 1 – Begegne deinen Mitarbeitern auf Augenhöhe!

Wer andere herablassend behandelt, kann nicht mit Loyalität rechnen. Eigentlich logisch, oder? Dennoch ist es erstaunlich, wie viele Führungskräfte den Chefsessel mit einem Thron verwechseln. Du hast als Chef keine „Untertanen“ – du hast im besten Fall hervorragende Fachleute, die genauso gut woanders arbeiten könnten. Deshalb ist es wichtig, dass du deinen Teil dazu beiträgst, dass sie ihr volles Potenzial ausschöpfen, sich in deinem Team wohlfühlen und jeden Morgen gerne zur Arbeit kommen. Das erreichst du, indem du sie ernst nimmst, ihnen etwas zutraust und sie auch „mal machen lässt“. Viele Chefs denken, nur ihr Weg sei der richtige. Löse dich sehr schnell von diesem Gedanken. Denn dein Weg ist einfach nur anders – aber nicht automatisch besser.

Tipp Nr. 2 – Inspiration vs. Manipulation

Manipulation ist allgegenwärtig. Ein schönes Beispiel dafür sind die Rabattkriege der Autohersteller oder der Lebensmittelketten. Da definiert man sich nur noch über ein „Billiger“ und nicht mehr über ein „Besser“. Kann man machen. Bindet aber keine Kunden. Dagegen gibt es Marken wie Apple, die deutlich teurer sind als ihre Mitbewerber und dennoch eine wahre Fangemeinde um sich sammeln. Die Kultstatus erreichen. Und dafür gibt es einen Grund: Sie inspirieren die Menschen. Hier findest du einen Blogartikel von Matthias Barth, der das absolut super erklärt. Und genau darum geht es auch bei dir als Chef: Inspiriere deine Mitarbeiter! Vermittele ihnen deine Wertvorstellungen. Gehe mit gutem Beispiel voran. Erkläre ihnen dein „Warum“. Sei offen und ehrlich. Greife nicht auf irgendwelche Tricks zurück, um kurzfristige Erfolge einzufahren. Handle immer nach deinen Grundsätzen – transparent und authentisch. Das ist der Unterschied zwischen Inspiration und Manipulation. Lebe ihn!

Tipp Nr. 3 – Höre zu, um zu verstehen

Eine kleine Übung für dich: Versuche im nächsten Gespräch deinem Gegenüber 90 Sekunden zuzuhören, ohne ihn zu unterbrechen. Du glaubst, das ist kein Problem? Versuch es! Und dann gib ihm den Inhalt des Gesagten wieder, um zu überprüfen, was du wirklich verstanden hast. Auch da erlebst du vielleicht eine Überraschung.

Wichtig ist, dass du dich in diesen beiden Dingen übst: Höre aufmerksam zu und nimm eine Rückkopplung vor. Wenn du das kannst, beherrscht du quasi eine Königsdisziplin der Führungskommunikation. Denn viele Leute hören entweder erst gar nicht zu und unterbrechen ihr Gegenüber ständig. Und selbst wenn sie bis zum Ende zuhören, kommen sie direkt mit einer Standardreaktion um die Ecke, ohne wirklich zu überlegen oder abzuwägen. Mach es anders: Höre zu, um zu verstehen – und nicht um zu antworten.

Tipp Nr. 4 – Führung ist deine Hauptaufgabe

In der Literatur wird oft dargelegt, dass du rund ein Drittel deiner Arbeitszeit für Führungsarbeit investieren solltest. Ich höre dich jetzt schon stöhnen – oh Gott, wo soll ich denn die ganze Zeit hernehmen? Falsche Denke! Führung ist nicht etwas, das on top auf dein operatives Geschäft kommt. Führung ist deine Hauptaufgabe! Du wirst merken, dass die Vorteile von guter Führung den Zeitinvest mehr als wettmachen. Deine Mitarbeiter sind motivierter, arbeiten eigenständiger und sorgen quasi selbst für eine gute Kommunikation im Team. Wenn sie hingegen merken, dass dir deine Führungsaufgaben im Grunde lästig sind, wird sich das negativ auf euer Team auswirken.

Simon Sinek, Unternehmensberater und Buchautor, bringt es wunderbar auf den Punkt: „Führungskräfte sind nicht für das Ergebnis verantwortlich, sondern für die Menschen, die das Ergebnis verantworten.“

Tipp Nr. 5 – Was du nicht willst, dass man dir tu….

Wir lieben einfache Wahrheiten. Manchmal gibt es sie nämlich wirklich. Da muss man nicht neunhundertvierundneunzig Mal um die Ecke denken, bis etwas passt. Und eine dieser einfachen Wahrheiten im Bereich Führung ist eine, die wir alle wahrscheinlich schon seit unserer Kindheit kennen: „Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu.“ So simpel und so richtig. Behandele deine Mitarbeiter so, wie du gerne behandelt werden würdest. Und da wir jetzt einfach mal hoffen, dass zumindest die Führungskraft in dir keine masochistischen Züge hat, machst du damit schon verdammt viel richtig.

Tipp Nr. 6 – Mitarbeiter sind mehr als Humankapital

Hier kommt Nummer sechs unserer „10 Tipps, um ein besserer Chef zu sein“. 2004 war das Wort „Humankapital“ Unwort des Jahres. Vollkommen zu Recht wie wir finden. Auch die englische Variante „Human Resources“ fiel bei der Jury durch. Weil beide nur auf die wirtschaftliche Bedeutung des Menschen abstellen. Dein Mitarbeiter ist aber wesentlich mehr. Und er erwartet von dir, dass du ihn auch so wahrnimmst.

Das heißt nicht, dass du mit deinen Mitarbeitern befreundet sein musst. Oder ihr Freizeit miteinander verbringt. Hier gilt es, die richtige Mischung aus Nähe und Distanz zu finden. Aber interessiere dich für sie – auch außerhalb der Arbeit. Die Tochter von Herrn Meier wurde gerade eingeschult? Die Mutter von Frau Müller musste ins Krankenhaus? Und Herr Schmitt ist Stadtmeister im Schach? Dann erkundige dich, nimm Anteil, gratuliere. Merke dir Details, die deine Mitarbeiter dir aus ihrem Privatleben erzählen. Dann freuen sie sich auch, wenn sie merken, dass du nachfragst. Denn jeder wird gerne „gesehen“. Und zwar als Mensch, nicht nur als Arbeitskraft.

Tipp Nr. 7 – Fokussiere auf die Stärken deiner Mitarbeiter

Was ist effektiver: Die Stärken deiner Mitarbeiter auszubauen oder gemeinsam an ihren Schwächen zu arbeiten? Zahlreiche Untersuchungen zeigen mittlerweile, dass der Fokus auf Schwächen meist kontraproduktiv ist. Wenn du tiefer ins Thema einsteigen willst, findest du hier bei Karrierebibel einen interessanten Artikel dazu.

Als Tipp hier genügt es zu wissen, dass deine Mitarbeiter produktiver und engagierter sind, wenn du als Führungskraft auf ihre Stärken fokussiert. Früher hätte man gesagt, sie auch mal lobst. Vielleicht kennt der eine oder die andere von euch noch den Spruch „Nicht getadelt ist genug gelobt“. Falsch. Ganz falsch. Mitarbeiter brauchen feedback. Positives feedback. Was natürlich nicht heißt, dass man nicht auch Dinge ansprechen darf, die nicht so gut gelaufen sind. Wichtig aber ist immer der Fokus auf die Stärken. Zum Beispiel, indem du bei einem Gespräch die so genannte Sandwich-Methode anwendest. Du beginnst mit etwas Positivem, danach weist du auf ein Problem hin und schließt dann aber mit etwas Positivem ab. So bleibt dein Mitarbeiter motiviert und ist von ganz allein bereit, an Schwächen zu arbeiten.

Tipp Nr. 8 – Bau ein Team, das zueinander passt

Nach wie vor werden Mitarbeiter eingestellt, weil der Lebenslauf passt. Oft kann es aber viel wichtiger sein, dass jemand das Team bereichert, auch wenn es hier und da noch fachliche Schwächen gibt. Denn Fähigkeiten kann man erlernen. Wenn aber die Chemie untereinander von Anfang an nicht stimmt, wird es schwierig.

Das heißt natürlich nicht, dass du künftig Controller für die Kommunikation einstellst oder Kommunikatoren für die Buchhaltung. Aber es heißt, dass du bei der Auswahl deiner Mitarbeiter weitere Faktoren berücksichtigen und abfragen solltest: Achte auf ihre Wertebasis, auf Hobbys und Interessen, welche fachlichen Lücken sie im Team füllen können oder was sie an sozialer Kompetenz mitbringen. Überlege auch von Anfang an, wie du diesen Mitarbeiter entwickeln kannst und wie er dein Team in ein, zwei oder fünf Jahren bereichert. Lebensläufe sind eine tolle Orientierung, aber manchmal eben auch nicht mehr.

Tipp Nr. 9 – Gute Chefs essen immer zuletzt

Für uns so etwas wie Pflichtlektüre für Führungskräfte: Simon Sineks „Gute Chefs essen zuletzt“. Hier und da vielleicht etwas amerikanisch-pathetisch, aber letztlich trifft es im Kern das, was ein Chef können sollte: In erster Linie dafür sorgen, dass sein Team ungestört arbeiten kann. Die Zusammenarbeit im Team fördern. Menschen nicht gegeneinander ausspielen. Seinen eigenen Komfort zurückstellen. Verstehen, dass man als Chef in erster Linie „dient“. Sich vor sein Team stellen. Druck nicht eins zu eins weitergeben. Sich mit Menschen umgeben, die fachlich besser sind als man selbst. Ihnen etwas zutrauen. Verantwortung übernehmen und nicht mit dem Finger auf andere zeigen. Gerade dann, wenn Fehler passieren.

Wer als Vorgesetzter diese Kunst beherrscht, wird mit Mitarbeitern belohnt, die zu 100 Prozent loyal und engagiert sind. Mit Teams, die funktionieren und sich ständig weiterentwickeln. Und dann isst man als Chef auch gerne zuletzt.

Tipp Nr. 10 – Sei klar in deinen Erwartungen

Viele Teams kranken daran, dass klare Vorgaben fehlen. Dein Team kann nicht hellsehen. Es ist dein Job als Führungskraft, deine Erwartungen genau zu formulieren. Nicht das genaue Wie in allen Einzelheiten, aber das Ziel. Mit Meilensteinen und einem durchdachten Zeitplan. Dabei gilt es immer, den Prozess aktiv zu begleiten, Hindernisse aus dem Weg zu räumen und damit die Voraussetzungen zu schaffen, dass dein Team effektiv funktionieren kann.

Und auch hier gilt: Lass dich nicht vom operativen Geschäft auffressen. Erst recht nicht, wenn Mitarbeiter versuchen, ihre Aufgaben bei dir abzuladen. Weil sie angeblich nicht genügend Informationen haben. Weil ihnen die Zeit fehlt (du kennst das 😉). Weil es nicht zu ihrem Aufgabengebiet gehört. Oder weil sie mit dieser Art der Rückdelegation in der Vergangenheit Erfolg hatten. Lass dich darauf nicht ein. Versorge sie mit allem, was sie brauchen, aber nimm ihnen nicht die Aufgabe als solche wieder ab.

Du willst mehr zum Thema Rückdelegation wissen? Bei William Oncken und Donald L. Wass findest du interessante Aspekte dazu.

Worauf es als Chef ankommt

Um es nochmals kurz zusammenzufassen: DU bist die Person, die dafür sorgt, dass andere optimal arbeiten können. Das ist dein Job. Es ist das Kriterium, das dich von deinen Mitarbeitern unterscheidet. Klar wirst du – in verschiedenen Gewichtungen – auch operativ tätig sein. Das ist auch gut so, um den Kontakt zur Basis nicht zu verlieren. Um die Anliegen deiner Mitarbeiter zu verstehen und sich auch langfristig ein Gespür für Verbesserungspotenziale und Arbeitsabläufe zu erhalten. Aber so wichtig dies auch ist, in erster Linie ist es deine Aufgabe dafür zu sorgen, dass dein Team funktioniert – menschlich und fachlich gleichermaßen. Wenn du über unsere „10 Tipps, um ein besserer Chef zu sein“ Unterstützung brauchst, schau hier bei unseren Lösungen.

Vergiss nie: Du arbeitest mit Menschen, nicht mit „humanen Ressourcen“. Dein Mitarbeiter will von dir „gesehen“ werden. Er fühlt sich in seinem Selbstwertgefühl bestätigt, wenn du gute Leistungen hervorhebst. Er freut sich darüber, wenn du dich nach seiner Familie oder seinem Hobby erkundigest. Und ihm dann vor allen Dingen aufmerksam zuhörst und nicht das Gefühl gibst, dass du nur einen Punkt auf einer Checkliste abhakst. Wenn du all diese Dinge wirklich beherzigst, bist nur vielleicht nicht nur ein besserer, sondern sogar der beste Chef für deine Mitarbeiter.

PS: Lass uns gerne einen Kommentar zu „10 Tipps, um ein besserer Chef zu sein“ da. Wir sind gespannt auf dein feedback!

Und denk immer daran:
Nie ohne dein Team!