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Es gibt keine feststehende Definition von Pseudokommunikation. Wenn du dir mal die Mühe machst, dich durch die entsprechende Google-Anfrage zu arbeiten, bekommst du ganz verschiedene Themen angezeigt. Unsere 5 Tipps gegen Pseudokommunikation helfen dir dabei, den Durchblick zu behalten.

Ein Phänomen von Pseudokommunikation ist Buzzword- oder Bullshit-Bingo. Es beschreibt das Phänomen, dass Schlagwörter gerade in Politik und Wirtschaft so inflationär und ohne Inhaltstiefe verwendet werden, dass dadurch eine sinnentleerte Kommunikation entstehen kann. Beispiele gefällig? Memes, Sustainability, Authentizität, Life Hack – die Reihe ist fast beliebig fortzusetzen (bei netzversteher findest du noch weitere Inspirationen 😉 ).

Das Tragische daran ist, dass viele dieser Worte einen echten Beitrag zu unserer Kommunikation leisten können. Authentizität im Sinne von Wahrhaftigkeit ist etwas, das du auch hier auf unserer Website finden wirst. Es ist ein Wert, der in unserem Leitbild als das beschrieben ist, was wir darunter verstehen: Sich nicht verstecken zu müssen, keine Fassaden aufzubauen sowie ehrlich und gleichzeitig sehr wertschätzend miteinander umzugehen.

Bullshit-Bingo ist spannend, aber gar nicht so sehr das, worauf wir hier abzielen. Uns geht es um Situationen wie die folgende: Die Chefin betont nach außen hin immer, wie wichtig ihr gemeinsame Teamentscheidungen sind. Intern entscheidet sie dann Dinge, die sie nicht diskutieren will, einfach vorab. Der Kollege bietet dir großzügig an, die Kundenpräsentation gemeinsam zu erstellen und vorzutragen. Letztlich will er nur, dass du seine Folien vorliest. Du verstehst, worauf ich hinaus will? Letztlich ist diese Art der „Kommunikation“ für alle Beteiligten frustrierend. Deshalb findest du hier unsere 5 Tipps gegen Pseudokommunikation:

Tipp Nr. 1 – Versprich nichts, was du nicht halten kannst oder willst

Wecke bei deinem Team oder deinen Kolleg*innen keine falschen Erwartungen. Manchmal lässt man sich aus einer Drucksituation heraus oder einfach um „besser da zu stehen“ zu Zusagen hinreißen, die man hinterher bereut. Dann zurückrudern zu müssen oder sonstige Ausflüchte zu suchen, ist unangenehm. Deshalb nimm dir lieber eine „Wunderpause“ (der Zeitraum zwischen Aktion und Reaktion) und überlege gut, wie du in der konkreten Situation handeln möchtest. Wenn nötig, kommuniziere klar, dass du einen Moment Zeit brauchst, um darüber nachzudenken. Lass dich nicht zu übereilten Entscheidungen hinreißen und überlege VORHER, ob du genau diese Zusage wirklich machen willst oder nicht.

Tipp Nr. 2 – Gib Fehler offen zu

Wenn du doch etwas zugesagt hast, das du im Nachhinein nicht halten kannst, gib es offen zu. Sätze wie „Das habe ich so gar nicht gemeint!“ oder „Das haben WIR wohl falsch eingeschätzt.“ sind Pseudokommunikation par excellence. Das hast du gar nicht nötig. Nobody`s perfect! Es ist immer besser, Fehler einzugestehen und zu korrigieren als noch Wochen oder Monate weiter in die falsche Richtung zu laufen. Manche Menschen werten es als Schwäche, zu Fehlern zu stehen. Eine Entschuldigung wird oft mit einem „Schuldeingeständnis“ gleichgesetzt. In unseren Augen ist das genaue Gegenteil der Fall: Fehler zugeben zu können und um Entschuldigung zu bitten, ist ein Zeichen wahrer Größe.

Tipp Nr. 3 – Akzeptiere Entscheidungen

Auch eine nervtötende Taktik: Obwohl eigentlich eine Übereinkunft da ist, kommt ein*e Kolleg*in immer wieder auf das Thema zurück. Führt neue – oder oft auch dieselben – Argumente ins Feld. Die Person ist nicht bereit, das Ergebnis zu akzeptieren. Vielleicht mag es Situationen geben, wo diese vermeintliche Hartnäckigkeit zum Ziel führt – meist ist dies aber nur ein Pyrrhussieg. Denn bei allen Beteiligten bleibt meist das Gefühl zurück, manipuliert worden zu sein. Es kommt dann nicht selten vor, dass das Thema in einem kurzen Abstand wieder auf die Tagesordnung kommt, weil diese latente Unzufriedenheit weiter schwelt. Deshalb ist es hier wichtig, Hartnäckigkeit nicht im Sturheit zu verwechseln und zu erkennen, wann es besser ist, Entscheidungen zu akzeptieren.

Tipp Nr. 4 – Nimm Werte und Regeln ernst

Laut kununu glauben 87 Prozent der Mitarbeitenden nicht an die propagierte Unternehmenskultur ihrer Organisation. Das zeigt sehr klar, dass es auch im Bereich Kommunikation hakt. Denn gerade in Unternehmensleitbildern ist immer wieder die Rede von Wertschätzung, Respekt, Miteinander und, und, und. Wenn Mitarbeitende das aber in ihrem Alltag nicht erleben, ist das auch ein Ausdruck von Pseudokommunikation. Oft liegt das daran, dass solche übergeordneten Werte nicht in den Arbeitsalltag übersetzt werden. Wie das gut funktionieren kann, findest du in unserem Blogartikel zum Thema Leitbild. Wichtiges learning hier: Deine Kommunikation muss das verkörpern, was im Leitbild, in euren Teamregeln oder in ähnlichen Vereinbarungen festgelegt ist. Wer von Wertschätzung spricht, kann Mitarbeitende nicht „runtermachen“. Wer Transparenz propagiert, braucht funktionierende Kommunikationstools. Und wer Self-Management predigt, darf auf der anderen Seite nicht als Kontrollfreak unterwegs sein.

Tipp Nr. 5 – Reden ist Silber, Zuhören ist Gold

Viele Menschen verwechseln „Kommunikation“ mit „Reden“. Neben der nonverbalen Kommunikation (das wird dann ein eigener Blogartikel 😉 geht es uns hier vielmehr um das Thema Zuhören. Es gibt dazu einen Satz, der den Nagel auf den Kopf trifft: „Wir hören oft nur zu, um zu antworten und nicht um zu verstehen.“ Aber darum geht es doch: Das Anliegen meines Gegenübers wirklich in seiner Tiefe zu verstehen. Es geht nicht darum, direkt die Antwort parat zu haben oder meine*n Gesprächspartner*in sogar zu unterbrechen, nur um meinen Gedanken „unterzubringen“. Auch in einem solchen Fall entsteht keine echte Kommunikation, sondern Frustration, weil man sich unverstanden oder schlicht und ergreifend nicht ernstgenommen fühlt.

5 Tipps gegen Pseudokommunikation

Was ist die Quintessenz dieses Blogbeitrages? Ganz einfach: Tue, was du sagst und sage, was du tust (Ja, die Reihenfolge ist bewusst umgekehrt im Vergleich zum Buch von Lars Credo). Wenn du Transparenz predigst, kommuniziere offen. Wenn du willst, dass dein Team authentisch ist, verstelle dich nicht. Sei klar in deinen Aussagen. Hab keine Angst vor Fehlern. Und höre deinem Umfeld aufmerksam zu, damit du verstehst, was wichtig ist. Eigentlich gar nicht so schwer, oder?

PS: Lass uns gerne einen Kommentar zu „5 Tipps gegen Pseudokommunikation“ da. Wir sind gespannt auf dein feedback!