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Dein Leitbild: Soviel mehr als eine Hochglanzbroschüre

Wir lieben Leitbilder. Diese wunderbare Ansammlung von Werten und Begriffen wie Vertrauen, Achtsamkeit, Verantwortung, Transparenz oder Nachhaltigkeit. Es ist für jedes Unternehmen essentiell zu wissen, auf welcher Wertebasis es handelt. Für sich selbst festzulegen, was ihm wichtig ist. Es gibt nur ein Problem: Die meisten bleiben bei den wunderschönen Substantiven stehen. Und verstehen nicht, dass ein Leitbild soviel mehr als nur eine Hochglanzbroschüre ist.

Um ein Leitbild mit Leben zu füllen, musst du die passenden Verben zu deinen Substantiven finden. Und genau herunterbrechen, wie diese Werte durch Handlungen im Arbeitsalltag zu verankern sind. Wie du es schaffst, wirklich deine gesamte Mitarbeiterschaft zu durchdringen und nicht nur die Führungsebene oder das mittlere Management. Durch welche Instrumente du den Leitbildprozess so etablierst, dass er bei allen unternehmerischen Entscheidungen mitgedacht wird.

Dann kann aus deinem Leitbild eine Unternehmenskultur wachsen, die auf einer soliden Wertebasis fußt. Die Tag für Tag für Tag ein wichtiger Bestandteil deines Unternehmens ist. Und die ganz wesentlich dazu beiträgt, dass deine Mitarbeiter motiviert und engagiert bleiben. DAS meinen wir mit einem Leitbild, das mehr ist als eine Hochglanzbroschüre.
Wie du das schaffst? Das zeigen wir dir jetzt!

In fünf Schritten zum operationalisierten Leitbild:

Schritt Nr. 1 – Such dir deine Substantive

Jedes Unternehmen muss ganz individuell für sich zunächst mal eine Wertebasis definieren, auf der es agiert. Doch was ist mit dem Begriff „Wert“ überhaupt gemeint? Der Sprachursprung kommt aus dem Germanischen und bedeutet „kostbar“. Ein Wert beschreibt eine Handlung, die als moralisch gut und erstrebenswert eingestuft wird. Damit steht sie natürlich in einem engen Zusammenhang mit der jeweiligen Kultur und dem herrschenden Zeitgeist. Wenn man Werte zusammenführt, entstehen Systeme, die das Verhalten ganzer Gesellschaften leiten und beeinflussen. Weitergehende Informationen zum Thema Werte und vor allen Dingen eine recht vollständige Liste von Wertbegriffen findest du auf wertesysteme.de. Wir nutzen in unserer Arbeit auch gerne die Werte.Box von coachingcards. Die hilft dabei, über Werte ins Gespräch zu kommen und die richtigen Substantive zu finden.

Dabei solltest du priorisieren. Wir raten unseren Kunden, nicht mehr als zwölf Werte zu definieren. Denn bei zu vielen Wertbegriffen fällt eine Fokussierung schwer und die einzelnen Positionen werden irgendwann austauschbar. Dein Leitbild sollte die Werte repräsentieren, die dir wirklich wichtig sind. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger.


Schritt Nr. 2 –
Bilde ganze Sätze daraus

Substantive sind etwas Schönes. Nur sind sie meistens nicht sehr konkret. Natürlich haben wir alle eine (vage) Vorstellung davon, was Wertschätzung oder Achtsamkeit bedeuten. Aber was heißt das für den konkreten Arbeitsalltag? Deshalb suche dir für deinen Wert einen Satz, der ihn umschreibt. Gerne als gute alte Deutschlehrer-Variante: Subjekt – Prädikat – Objekt. Oder auch als konkrete Aufforderung. Wobei wir hier besonderen Wert auf das Prädikat, also das Verb oder TU-Wort, legen. Denn es beschreibt, was du tun sollst. Und ist damit ein wichtiger erster Schritt zur Operationalisierung deines Leitbildes.

Wenn du hier eine Blaupause aus der Praxis suchst, schau gerne mal bei Upstalsboom nach. Deren Wertebaum ist ein gutes Beispiel, wie Werte in einen knackigen Satz verpackt werden können. Und hier siehst du auch, wie unterschiedlich die Werte-Einschätzungen von Unternehmen zu Unternehmen sein können. Wir hätten einige der Upstaalsboom-Werte für uns ganz anders definiert. Du willst wissen wie? Dann schau hier gerne in unserem Leitbild nach. Und dieser Vergleich zeigt dir eins: Es gibt immer nur DEIN anstatt EIN Leitbild. Deshalb lohnt es sich auch, nicht einfach irgendwo abzupinnen. Nimm dir wirklich Zeit dafür und strenge deine grauen Zellen an, um dein ganz individuelles, besonderes und unnachahmliches Leitbild zu entwickeln.


Schritt Nr. 3 – Vom Warum und Was zum Wie

Du hast deine Substantive? Super! Deine Statementsätze stehen auch? Perfekt! Dann mach jetzt den nächsten Schritt: Definiere ganz konkrete Handlungen, sozusagen als logische Schlussfolgerung aus Schritt 1 und Schritt 2. Gib deinen Mitarbeitern „Futter“ für den Alltag: Auf welche Verhaltensweisen legst du Wert? Welche Rituale möchtest du in deinem Unternehmen verankern? Wie soll der Umgangston in deinem Unternehmen aussehen? Geh ins Detail! Wenn es dir wichtig ist, dass deine Mitarbeiter sich untereinander grüßen, dann schreib das. Wenn E-Mail-Etikette eines deiner Steckenpferde ist, dann bring das ein. Und wenn du gemeinsame Mittagspausen liebst, dann kämpfe für sie.

Wir wollen hier an einem konkreten Beispiel zeigen, wie das gehen kann:

Wert:
Offenheit

Statementsatz:
„Weite deinen Blick!“

Handlungen:
– Beobachte, ohne zu bewerten
– Wechsle den Blickwinkel und betrachte Dinge aus der „Brille“ eines anderen
– Lerne Menschen aus allen Teilen des Unternehmens kennen
– Nimm dir jede Woche eine Sache vor, die du bist jetzt noch nicht gemacht hast
– Gehe auf Kunden und Kollegen freundlich und unvoreingenommen zu
– Bilde dich kontinuierlich fort und sei auch offen für andere Aufgabenfelder
– Kümmere dich um die Anliegen anderer. Wenn du selbst nicht helfen kannst, sorge verbindlich dafür, dass die richtige Person sich der Sache annimmt.

Du weißt, was wir meinen? Dann leg los!

 

Schritt Nr. 4 – So erzielst du Akzeptanz für dein Leitbild

Der vielleicht schwierigste Schritt von allen: Wie kann ich dafür sorgen, dass jeder – und wenn ich jeder sage, meine ich jeder – das Leitbild nicht nur kennt, sondern lebt. Dass dieses Leitbild eben wirklich mehr ist als nur eine Hochglanzbroschüre.

Idealerweise ist die Beschäftigung mit dieser Frage eigentlich Schritt 0. Denn Akzeptanz hat viel mit Einbindung zu tun und diesen Punkt solltest du ganz am Anfang des Projekts schon mal durchdenken. Eine Option ist es, dein Leitbild top-down mit einem kleinen Führungskreis oder einem Dienstleister wie uns erstellen zu lassen und dann die fertige Lösung zu verbreiten. Wir raten dir aber, von Anfang an verschiedene Hierarchieebenen, Berufsgruppen, Altersklassen, Geschlechter und so weiter in den Erstellungsprozess einzubinden. Denn ein Leitbild lebt auch von seiner Diversität und der Frage, wie viele deiner Mitarbeiter sich wirklich repräsentiert fühlen.

Wenn du zwanzig Mitarbeiter hast, kannst du alle in den Prozess Leitbilderstellung einbeziehen. Zum Beispiel in Form eines Workshops in deinen Firmenräumen. Oder als Firmenevent, dessen Bandbreite von der Himalayabesteigung bis zum Wochenendtrip an die Nordsee reichen kann. Der Fantasie sind hier wenig bis keine Grenzen gesetzt.

In größeren Unternehmen ist das schon schwieriger. Hier solltest du die Menschen einbinden, die sehr gut im Unternehmen vernetzt sind und die als eine Art Leuchtturm für andere fungieren können. Oder auch gerade diejenigen, die solchen neuen Entwicklung eher reserviert oder kritisch gegenüberstehen. Wenn du es schaffst, gerade sie von Anfang an für die Erarbeitung und Operationalisierung eines Leitbildes zu begeistern, bist du deinem Ziel der Akzeptanz ein gutes Stück nähergekommen. Und dann gibt es natürlich noch die Personengruppen, die aufgrund ihrer Tätigkeit oder Funktion im Unternehmen in eine solche Projektgruppe gehören wie Kommunikatoren oder Personaler.

 

Schritt Nr. 5 – …und so bleibt dein Leitbild nachhaltig

Jetzt kannst du sicher sein: Dein Leitbild ist mehr als eine Hochglanzbroschüre. Leitbilder sind aber auch keine Eintagsfliegen. Und Unternehmenskultur ist etwas, das sich über Jahre hinweg aufbaut und gepflegt werden will. Wenn du also die Schritte 1 bis 4 erfolgreich umgesetzt hast, bleibt die Frage, wie du von einem Leitbild zu einer Unternehmenskultur kommst, die wertebasiert und gleichzeitig anpassungsfähig ist. Die eine Grundlage für das Miteinander aller ist. Und die du auch all deinen geschäftlichen Entscheidungen zugrunde legst.

Hierfür braucht es Präsenz. Denn wenn das Leitbild nicht mehr als eine Hochglanzbroschüre in deiner Firmenmappe ist, wird es in Vergessenheit geraten. Sorge dafür, dass es visuell überall sichtbar ist. Integriere Teile davon in deine Protokollvorlagen, nutze einzelne Slogans im Wechsel als Bildschirmschoner, lass eine App dazu erstellen, produziere witzige Give-aways oder Plakate für die Büros, integriere eine kurze Leitbildsequenz bevor du eine Besprechung beginnst, organisiere regelmäßige Thementage. Es gibt wahnsinnig viele Möglichkeiten deine Unternehmenswerte immer und immer wieder ins Gespräch zu bringen.

Das Allerwichtigste aber ist: Verhalte dich in jeder Sekunde deines Arbeitstages so, wie du es selbst im Leitbild definiert hast. Und wenn das mal nicht gelingt, weil auch du schließlich mal einen schlechten Tag hast, dann gib das offen zu und kehre auf die gute Seite der Macht zurück. Dein Vorbild als Führungskraft ist der beste Garant dafür, dass dein Leitbild wirkliche Akzeptanz findet und ihr gemeinsam eine Unternehmenskultur aufbauen könnt, die anziehend auf andere Menschen wirkt. Auf Kunden. Auf Mitarbeiter. Auf Multiplikatoren und Meinungsbildner. Auf alle Menschen, die dir persönlich am Herzen liegen.

Und denk immer daran:
Nie ohne dein Team!