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Früher dachte ich, Kompromisse seien etwas Tolles. Sozusagen die hohe Kunst der Kommunikation. Aber mal ehrlich: Machen dich Kompromisse glücklich? Erfüllen sie deine Bedürfnisse? Oder lösen sie wenigstens deine Probleme?

Auf dem Blog von Hubspot liest es sich so: „Ein Kompromiss bezeichnet die Lösung eines Konflikts, in den mindestens zwei Parteien verwickelt sind. Durch gegenseitige Übereinkunft kann ein Kompromiss für alle Beteiligten eine schnelle Problemlösung bedeuten. Die Voraussetzung für einen Kompromiss zwischen zwei Parteien ist jedoch der wechselseitige Verzicht auf bestimmte ursprüngliche Forderungen.“

Und da geht es schon los: Verzicht macht in der Regel unzufrieden. Vor allen Dingen dann, wenn ich das Gefühl habe, ich gebe mehr von meinen Forderungen ab als die Gegenpartei.

Die Meinungen darüber, ob Kompromisse Win-Win-Situationen darstellen, gehen in der Literatur auseinander. Aus meiner Sicht tun sie das nicht. Oder hat jemand von euch jemals erlebt, dass politische Parteien nach der Vereinbarung eines Koalitionsvertrages jemals wirklich zufrieden waren? Oft sind Kompromisse nichts anderes als der kleinste gemeinsame Nenner. Und ganz ehrlich: Das ist mir zu wenig! Womit wir zu unserer Anfangsfrage kommen: Machen dich Kompromisse glücklich? 

So erreichst du mehr als den kleinsten gemeinsamen Nenner!

Mein persönlicher Durchbruch bei diesem Thema war die Beschäftigung mit der „Gewaltfreien Kommunikation“ nach Marshall B. Rosenberg. Denn hier geht es um etwas ganz anderes als um Kompromisse, hier geht es um Gefühle und Bedürfnisse.

Rosenberg geht davon aus, dass es in der Kommunikation nicht um einen Methodenbaukasten geht, sondern darum, sich empathisch in sein Gegenüber einzufühlen. Es geht darum, nicht zu bewerten oder zu beurteilen, sondern eine Verbindung zum anderen zu schaffen, ganz präsent im Moment zu sein und den anderen wirklich zu verstehen. Rosenberg hat keine Technik entwickelt, sondern ein Konzept, das auf einer einfühlsamen Haltung basiert.

Wie kann diese Haltung jetzt aber dazu beitragen, dass du künftig mehr erreichst als Kompromisse? Schau dir dazu einfach mal die folgenden Tipps an:

Gib dich nicht mit schnellen Lösungen zufrieden

Ungeduld ist ein schlechter Ratgeber. Ja, manchmal ist „better done than perfect“ der richtige Ansatz. Wenn es aber beispielsweise darum geht, einen schon länger schwelenden Teamkonflikt aus der Welt zu schaffen, solltest du lieber etwas mehr Zeit investieren, um dann aber auch eine nachhaltige Lösung zu finden.

Frage nach dem Warum

Finde heraus, wo die Bedürfnisse deines Teams liegen. Das kannst du zum Beispiel über die „Warum-Fragen“ erreichen. Indem du immer wieder nach dem Warum fragst, kannst du die Bedürfnisse hinter den vordergründigen Interessen erkennen. Du stößst sozusagen zu „des Pudels Kern“ vor und das wird dir helfen, die Konfliktursachen viel besser zu verstehen.

Gefühle statt Bewertungen

Achte darauf, dass Menschen in einen echten Austausch über ihre Gefühle kommen und keine Stereotypen, Meinungen oder Urteile von sich geben. Beispiel gefällig? „Du behandelst mich als sei ich ein Kind!“ ist ein Urteil, während „Ich bin traurig, weil du mir die konkrete Aufgabe XY nicht zutraust. Ich wünsche mir, mehr Dinge in Eigenverantwortung erledigen zu können.“ ein Gefühl und das damit verbundene Bedürfnis ausdrückt. Wenn dies am Ende noch mit einer ernstgemeinten Bitte kombiniert wird, stehen die Chancen gut, zu einer echten Lösung zu kommen.

Wechsele die Perspektive

Leichter gesagt als getan, aber sich in die Rolle des anderen hineinzuversetzen, ist ein mächtiges Tool. Wie würde ich mich in seiner Haut fühlen? Was würde ich jetzt wohl an ihrer Stelle tun? Welche Erlebnisse aus der Vergangenheit haben wohl dazu geführt, dass sie sich jetzt so verhält? All diese Fragen helfen dabei, Verständnis und Empathie aufzubauen.

Wie sieht es aus bei dir: Machen dich Kompromisse (immer noch) glücklich? Ich hoffe nicht! Denn selbst mit diesen einfachen, wenigen Schritten wird es dir gelingen, (faule) Kompromisse zu vermeiden und Lösungen zu finden, die soviel mehr sind als der kleinste gemeinsame Nenner.

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