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Wage den Blick in den Spiegel!

Wage den Blick in den Spiegel. Auch wenn es Mut erfordert. Manchmal mehr (wenn wir nach einem Abend in unserer Lieblingsbar morgens total verkatert ins Bad schlurfen), manchmal weniger (wenn wir es tatsächlich geschafft haben, Alkohol und Wasser ABWECHSELND zu trinken). Aber so oder so: Du solltest ihn wagen, diesen Blick in den Spiegel. Denn er gibt dir Aufschluss darüber, ob es nach einer Tasse Kaffee wieder getan ist oder ob doch längere Renovierungsarbeiten am äußerlichen Erscheinungsbild vonnöten sind.

Nein, wir geben dir jetzt keine Tipps, wie du morgens möglichst schnell wieder vorzeigbar wirst. Weil wir hier natürlich nicht DIESEN Blick in den Spiegel meinen. Wir sind eher sinnbildlich unterwegs. Wage den Blick in den Spiegel heißt für uns: Nimm dich und deine Verhaltensweisen mal etwas genauer unter die Lupe. Damit du Klarheit gewinnst. Klarheit darüber, was du in deinem Team oder deinem Unternehmen besser machen kannst. Klarheit darüber, wo deine Stärken liegen und wie du sie optimal einsetzen kannst. Und auch Klarheit darüber, welche nächsten Schritte dich persönlich und dein Team voranbringen werden.

Bist du bereit? Los geht´s!


Wie siehst du dich – wie sehen dich andere

„Du bist immer so ungeduldig!“ Wer? Ich? Das kann doch überhaupt nicht sein! Manchmal konfrontieren uns andere mit Aussagen über uns, die wir nicht im mindesten nachvollziehen können. Die uns vollkommen fremd erscheinen. Es beschreibt ihre Sicht auf uns. Die manchmal so gar nicht mit dem zusammenpassen will, wie wir uns selbst sehen. Das ist der berühmte Unterschied zwischen Selbst- und Fremdbild. Wenn du mehr zu diesem Thema wissen willst, findest du hier bei karrierebibel.de einen prima Einstiegsartikel dazu.

Uns geht es hier aber um einen anderen Aspekt: Wir möchten dir gerne zeigen, welche Rolle beide Bilder für dein Teamverhalten spielen und was du daraus lernen kannst.


Selbstbild – die Balance zwischen Selbstzweifel und Überheblichkeit

Dein Selbstbild wird aus vielen verschiedenen Quellen gespeist. Da sind einmal deine Erfahrungen. Wenn du als Kind nie über das Strichmännchenstadium hinausgekommen bist, hältst du dich sicherlich nicht für einen zweiten Picasso. Und wenn du es als Jugendlicher nie geschafft hast, dieses elendige Seil in der Sporthalle hochzuklettern, ist aus dir wahrscheinlich auch kein zweiter Fabian Hambüchen geworden.

Ebenso gilt das natürlich im positiven: Wenn du Lob und Anerkennung für gewisse Tätigkeiten eingeheimst hast, beherrscht du sie auch. Oder glaubst das zumindest. Aber in beiden Fällen sollte dir eines klar: Letztlich handelt es sich dabei immer um Momentaufnahmen und um Meinungen. Nicht um objektive Wahrheiten.

Wer weiß, vielleicht hätte es mit dem zweiten Picasso ja doch geklappt, wenn du einen geduldigen Lehrer und viel Übung gehabt hättest. Und vielleicht bist du in anderen Dingen ja doch nicht so gut. Es traut sich halt nur niemand, es dir zu sagen.

Wer hier Beispiele aus der Praxis braucht, dem empfehle ich gerne mal einen Staffelanfang von „Deutschland sucht den Superstar“. Da gibt es begnadete Sänger, die voller Selbstzweifel vor die Jury treten. Die nach einem Hammerauftritt immer noch unsicher zu Dieter Bohlen blicken, ob es denn für den Recall reicht. Und auf der anderen Seite gibt es dort musikalische Nullnummern, die sich für die zweite Adele oder die Reinkarnation von Michael Jackson halten. Bei denen man sich ernsthaft fragt, ob die keine Freunde haben, die ihnen auf liebevolle, aber seeehr bestimmte Art und Weise von einer Teilnahme bei DSDS abgeraten haben.

Im ersten Fall unter- im zweiten überschätzt sich die jeweilige Person. Hier kann es einfach hilfreich sein, beide Extreme in eine Balance zu bringen. Dem einen mehr Selbstvertrauen zu geben und den anderen davon zu überzeugen, dass er nach einer anderen Tätigkeit als dem Singen suchen sollte. Wie gesagt – auf liebevolle Art und Weise natürlich.

Auch im Team solltest du wissen, wie deine Mitarbeiter sich eigentlich sehen. Bei Gesprächen mit Mitarbeitern – und damit meinen wir nicht nur Personal- oder Beurteilungsgespräche – solltest du möglichst zu Beginn immer zuerst die Selbsteinschätzung abfragen. Auch hier heißt es: Wage den Blick in den Spiegel! Damit erhältst du wertvolle Hinweise zum Selbstbild deines Teammitglieds und kannst dies mit deiner Einschätzung abgleichen. Letztlich ergibt sich so im besten Fall immer eine runde Gesamteinschätzung, die der Realität am ehesten nahekommt.


Fremdbild – feedback at its best!

Wie sehen uns andere? Eine Frage, die alles andere als trivial ist. Denn sie hängt sehr stark damit zusammen, von wem wir uns feedback einholen. Wenn die Vierjährige mit ihrem Strichmännchenbild zu ihrer Mutter geht, wird diese sie überschwänglich loben – auch wenn sie erstmal überlegen muss, ob sie das Bild überhaupt richtig herum hält. Während der achtjährige Bruder, dem die kleine Schwester eh auf die Nerven fällt, wohl nicht ganz so wohlwollend urteilen wird.

Übertragen aufs Teamleben sollte man also immer schauen, dass man sich von verschiedenen Seiten feedback holt. Von nahestehenden Menschen genauso wie von Menschen, die uns und unseren Ideen oder Handlungen vielleicht eher kritisch gegenüberstehen. Von Freunden ebenso wie von Vorgesetzten oder Kollegen. Denn dann können wir aus verschiedenen Rückmeldungen ein Gesamtbild zusammensetzen, das uns weiterhilft.

Denn letztlich geht es bei feedback immer um eines: Diese Hinweise zu nutzen, um sich weiterzuentwickeln. Sich von Zeit zu Zeit einfach mal auf den Prüfstand zu stellen, um zu schauen, dass man noch in die richtige Richtung unterwegs ist. Um einen klareren Blick auf sich selbst zu bekommen. Und um Fehlentwicklungen zu korrigieren.

Was du aber auf keinen Fall tun solltest: dich von negativem feedback entmutigen lassen! Es ernst nehmen? Ja! Es aber nicht ungefiltert als absolute Wahrheit annehmen. Manchmal muss man einfach akzeptieren, dass man auf verschiedenen Standpunkten steht. Und dann geht es einfach nur darum, zu einer friedlichen „Koexistenz“ zu finden, die den Gesamterfolg des Teams nicht tangiert.

PS: Wenn du mehr zum Thema Feedback-Regeln erfahren willst, findest du hier einen interessanten Artikel auf managementstellen.ch.


Fazit: Bring it together!

Bist du nun dafür gewappnet, einen ausführlichen Blick in den Spiegel zu wagen? Letztlich braucht es dazu zwei Dinge:

– Mach dir Gedanken über dich selbst! Nutze die Selbstreflexion dazu, um für dich herauszufinden, wo deine Stärken und Schwächen liegen. Sei ehrlich und lüg dir nicht selbst in die Tasche. Tue das alles immer mit einem Ziel: Dich und dein Team weiterzuentwickeln!

– Gleiche deine Erkenntnisse mit denen deines Umfeldes ab. Hol dir feedback! Aus ganz verschiedenen Richtungen, um einen möglichst realistischen Gesamteindruck zu bekommen. Wenn du selbst feedback gibst, tu dies immer, immer, immer auf wertschätzende Art und Weise. Dabei helfen kann dir zum Beispiel die Sandwichmetholde, die wir in unserem Blogartikel „10 Tipps, um ein besserer Chef zu sein“ beschreiben.

Ach übrigens: Wir sind auch prima Feedbackgeber. Allein schon von Berufs wegen 😉. Hier kannst du ein kostenloses Beratungsgespräch zu diesem Thema mit uns buchen.
Und denk immer daran:
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