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Was tun, wenn´s im Team so richtig kracht? Viele Führungskräfte stehen solchen Situationen oft hilflos gegenüber. Aber eines ist völlig klar: Gerade jetzt bist du gefordert! Abtauchen gilt nicht. Nimm die Kommunikation in die Hand. Und frage dich auch ruhig: Was ist eigentlich mein Anteil an der Situation gerade? Was kann ich persönlich tun, damit wir hieran wachsen anstatt unterzugehen?

Bei alldem solltest du vor Beginn an eines denken: Konflikte an sich sind per se kein Problem. Denn sie zeigen dir, dass dein Team „lebt“. Es ist wie in einer guten Beziehung: Solange ihr streitet, ist alles okay. Schwierig wird es, wenn dir alles gleichgültig wird (Thema „innere Kündigung“) oder wenn die Situation derart eskaliert, dass ein Miteinander unmöglich wird.

Damit dir das nicht passiert, hier unsere 5 Teamretter, wenn´s im Team so richtig kracht: 

Teamretter Nr. 1: Finde den wahren Grund!

Hand aufs Herz: Sagst du zu jeder Zeit ehrlich, worüber du dich gerade ärgerst? Oder schiebst du manchmal andere Gründe vor, weil du den eigentlichen Auslöser aus welchen Gründen auch immer nicht nennen willst? Das kennt jeder von uns. Das Problem dabei ist nur, dass sich Konflikte nur schwer lösen lassen, wenn man den WAHREN Grund dahinter nicht kennt.

Oft gibt es zwischen Teammitgliedern alte Verletzungen, die nie wirklich aufgearbeitet wurden. Oder es geht um die Beförderung, die jeder gerne hätte, aber nur einer bekommen kann. So entstehen Konkurrenzsituationen, die die Atmosphäre im Team vergiften können. Oder, oder, oder. Es gibt noch eine ganze Reihe weiterer Konflikte, die sich hinter „Stellvertreterproblemen“ verstecken können.

Deshalb ist es dein Job als Führungskraft, genau das herauszufinden: Was sind Stellvertreterkonflikte und was steckt wirklich dahinter? Führe Vier-Augen-Gespräche oder lade zu Gesprächsrunden in einer anderen sinnvollen Konstellation ein. Geh in den Kontakt und bohre behutsam nach, wo der Schuh denn eigentlich drückt. Denn nur wer das eigentliche Problem kennt, ist in der Lage, eine Lösung dafür zu finden.

Teamretter Nr. 2: Wo stehen wir eigentlich gerade?

Ganz ehrlich: Manchmal ist eine Situation schon so verfahren, dass du da nur noch mit Hilfe von außen herauskommen wirst. Aber um das einschätzen zu können, musst du zunächst mal wissen, wo du eigentlich stehst. Ist der Teamkonflikt noch in einer Phase, in der ihr euch gemeinsam „aus dem Dreck ziehen“ könnt? Oder sind die Positionen schon so unversöhnlich, dass es einen Blick und eine Begleitung von Dritten braucht?

Grundsätzlich solltest du immer zuerst versuchen, gemeinsam mit deinem Team nach Lösungsansätzen zu suchen. Das mag manchmal wehtun. Das braucht Zeit. Und es braucht das „sich einlassen“ aller Teammitglieder. Aber es lohnt sich. Denn wenn ihr eine Krise auf diesem Weg meistert, geht ihr gestärkt daraus hervor. Weil ihr direkt seht, was ihr da Großes geschafft habt.

Wenn du aber merkst, dass es einfach intern keinen Sinn hat, dann sei ehrlich zu dir. Versuche nicht weiter, ein totes Pferd zu reiten. Nimm Hilfe in Anspruch. Vielleicht gibt es jemanden in einer anderen Abteilung, der helfen kann? Vielleicht habt ihr in eurer Firma auch fest etablierte Strukturen, die für solche Fälle zur Verfügung stehen? Oder du greifst auf externe Beratung und Begleitung zurück, wie auch wir sie bieten. Hauptsache, du wirst aktiv. Bei Helmut Kohl mag das mit dem „Aussitzen“ funktioniert haben. Wir würden uns an deiner Stelle aber nicht darauf verlassen.

Teamretter Nr. 3: Kommunikation – was sonst?

Eigentlich logisch, oder? Wenn´s im Team so richtig kracht, musst du mit den Menschen reden. Und zwar am besten persönlich. Wir sind immer wieder überrascht, wie viele Führungskräfte versuchen, solche Themen zum Beispiel per Mail zu regeln. Das wird nicht funktionieren. Denn hier ist es wichtig, wirklich „face to face“ dem anderen gegenüberzusitzen. Um zu schauen, wie er reagiert. Wie seine Körpersprache aussieht. Was die Tonlage seiner Stimme über seinen Gemütszustand verrät. Ist er wütend, enttäuscht, begeistert?

Und wenn ihr euch dann im direkten Austausch befindet, gibt es natürlich eine Reihe weiterer Dinge, die du unbedingt beachten solltest. In einer größeren Gesprächsrunde ist es wichtig, Kommunikationsregeln festzulegen. Denn nur so kannst du gewährleisten, dass jeder zu Wort kommt, dass jeder ausreden kann und dass ein echtes Gespräch in Gang kommt.

Ein sehr mächtiges Tool in unseren Augen ist das „Paraphrasieren“. Egal ob in der großen Gruppe oder im Vier-Augen-Gespräch: Indem du gut zuhörst und danach versuchst, das Gehörte nochmal in deinen Worten zu wiederholen, vermeidest du Missverständnisse. Dein Gegenüber kann dich gegebenenfalls verbessern, falls du etwas falsch verstanden hast. Du kennst ja das Thema der Wahrnehmung von Sender und Empfänger. Und der andere fühlt sich auch von dir gesehen und wertgeschätzt. Damit hast du zwei ganz entscheidende Pluspunkte in der Kommunikation gesammelt.

Teamretter Nr. 4: Haltung vor Technik

Was sagt mein inneres Team gerade alles? Wie hieß nochmals dieser angebliche Knallersatz aus dem letzten Kommunikationstraining? Wie war das mit den verschränkten Armen und der darin zum Ausdruck kommenden Abwehrhaltung? Manchmal kann man den Eindruck gewinnen, Menschen wissen nicht ZUWENIG über Kommunikation, sondern fast schon ZUVIEL. Sie sind übertrainiert und verlieren sich in den verschiedenen Techniken.

Deshalb gilt für uns der Grundsatz „Haltung vor Technik“. Deshalb sind wir auch keine Fans starrer Leitfäden. Deshalb ist Authentizität für uns ein sooooo wichtiger Wert. Wenn du es schaffst, dass dein Gegenüber sich von dir „gesehen“ fühlt, hast du schon ganz viel erreicht. Schenk ihm deshalb deine ganze Aufmerksamkeit. Zeig´ ihm, dass seine Meinung zählt und dass sie dir wichtig ist. Höre gut zu und vergewissere dich, dass du ihn richtig verstanden hast. Wenn du diese Haltung einnimmst, dann stehen deine Chancen gut, dass er sich öffnet und ihr in einen wirklichen Dialog eintreten könnt.

Teamretter Nr. 5: So schaffst du Nachhaltigkeit

Yippie-ya-yeah, du hast es geschafft, den aktuellen Konflikt in den Griff zu bekommen! Doch wie könnte man den berühmten Satz von Sepp Herberger passend modifizieren: „Nach dem Teamkonflikt ist vor dem Teamkonflikt.“ Deshalb ist es wichtig, dass du weiterhin präsent bist. Triff eine Art „Abschluss-Vereinbarung“, die nochmals für alle VERBINDLICH zusammenfasst, worauf ihr euch geeinigt habt. Bleib wachsam, damit alte Verhaltensmuster nicht direkt wieder aufbrechen. Installiere gute „Teamgewohnheiten“. Feiere diesen Erfolg mit deinem Team, denn es ist nicht selbstverständlich, dass man einen Konflikt nachhaltig überwindet.

Und nun wird es Zeit für deinen nächsten Schritt. Denn der aktuelle Konflikt hat dir auch gezeigt, dass deine Teamkultur noch Luft nach oben hat. Gehe deshalb den nächsten Schritt von der Konfliktlösung hin zur Konfliktvermeidung. In der Einleitung haben wir dir ja gesagt, dass Konflikte an sich nichts Schlimmes sind. Wenn sie da sind, heißt es mit ihnen umzugehen. Aber wenn du Instrumente an der Hand hättest, um es erst gar nicht soweit kommen zu lassen, würdest du diese dann nicht nutzen wollen? Aber sicher! 

Dabei hilft dir eine wertebasierte Team- oder besser noch Unternehmenskultur, in der Offenheit, Transparenz und Kommunikation mehr sind als nur die Überschriften in einer Hochglanzbroschüre. Hierzu findest du mehr in unserem Blogartikel „Dein Leitbild: Soviel mehr als nur eine Hochglanzbroschüre“. 

Bleib am Ball!

„Du kannst den hundertmeterlauf nicht ein für allemal gewinnen.“ Besser als Hans-Curt Flemming in seinem Gedicht „Selbstgefertigte Männerweisheit“ könnten wir es auch nicht ausdrücken. Es ist essentiell, dass du mit deinem Team in einem engen Kontakt bist. Dass du dir immer wieder feedback holst. Dass du aufkeimende Konflikte direkt angehst anstatt dich wegzuducken. Dass du mit gutem Beispiel vorangehst und Konflikte konstruktiv löst.

Weil uns dieses Thema so wichtig ist, haben wir ein eigenes Workbook zum Thema erstellt. Hol es dir hier und tauche weiter in dieses Thema ein.

Wir wünschen dir ganz viel Erfolg damit und denke immer daran: Nie ohne dein Team!

PS: Lass uns gerne einen Kommentar zu „Wenn´s im Team so richtig kracht – deine 5 Teamretter“ hier. Wir sind gespannt auf dein feedback!