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Wertschätzung und Klarheit gehören zusammen

Unsere Sprache ist etwas Wunderbares. Sie lässt Facetten zu und Deutungsspielräume. Der eine versteht sie so und die andere so. Was der eine sagt und das Gegenüber hört, können mitunter zwei völlig unterschiedliche Dinge sein. Das erklärt das 4-Ohren-Modell von Schulz von Thun ganz hervorragend. Aber heute geht es uns um ein ganz spezielles Kommunikationsthema und eine wichtige Botschaft: Wertschätzung und Klarheit gehören zusammen.

Weniger ist manchmal mehr

In unserer Arbeit stellen wir immer wieder fest, dass Menschen in ihrer Kommunikation sehr verunsichert sind. Das liegt keinesfalls an zu wenig Übung. Viele sind sogar eher „übertrainiert“. Sie beschäftigen sich mit immer neuen Modellen, lesen hiervon und davon. Und wissen am Ende doch nicht, wie sie es für sich umsetzen können.

Manche nutzen dann Kommunikationsleitfäden. Das kann durchaus hilfreich sein, wenn es um eine Gesprächsstruktur geht. Wenn ich mir einen Ablauf zurechtlege, der einer gewissen Logik folgt. Schwierig wird es dann, wenn so etwas in einem Gespräch als „auswendig gelernt“ rüberkommt. Wenn die immer gleichen Formulierungen zum Tragen kommen und Kommunikation austauschbar wird. Dann fehlt es an Authentizität und genau die braucht Kommunikation.

Finde deine Art zu kommunizieren

Stell dir vor, du bist auf einer Party. Du kommst mit verschiedenen Menschen ins Gespräch. Und jedes dieser Gespräche läuft gleich ab. Alle benutzen die gleichen Worte. Alle Sätze haben die gleiche Länge. Alle haben die gleiche Sprachmelodie und so weiter. Wie langweilig wäre das denn!

Menschliche Kommunikation lebt davon, dass wir alle anders kommunizieren. Manche Menschen kommen sehr schnell auf den Punkt. Andere holen gerne etwas weiter aus. Manche haben eine sehr distinguierte Art sich auszudrücken. Andere reden wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Und alles davon ist absolut in Ordnung. Jede Art der Kommunikation zieht Menschen an, die damit in Resonanz gehen, während andere sich davon vielleicht eher nicht angezogen fühlen.

Aber egal ob Menschen deine Art zu kommunizieren mögen oder nicht: Sie können auf jeden Fall sagen, ob du in deiner Kommunikation authentisch bist. Das ist der springende Punkt. Dann nehmen sie dir die „Dinge auch ab“. Wenn du nur eine Rolle spielst, wirkst du „aufgesetzt“. Deshalb ist es so wichtig, klar zu sein. Klar in deiner Haltung und klar in deiner Kommunikation. Dort, wo du klar bist, bist du automatisch auch authentisch.

Sprich doch mal Klartext!

Und dennoch haben viele Menschen eine Abneigung gegen diese Art von Klarheit. Weil sie „Klartext“ mit einer barschen Anrede gleichsetzen, weil Klartext in ihrer Vorstellung laut und brüsk sein muss. Oder, weil sie Klartext mit der Übermittlung schlechter Nachrichten verknüpfen.

Da hat man den cholerischen Chef vor Augen, der auf einem Fehler herumreitet. Oder die Ansage der Mutter, weil man als Kind die Hausaufgaben nicht gemacht hat. Dabei ist Klartext für uns alle eine riesige Erleichterung in der Kommunikation, wenn er richtig verstanden wird. Nämlich als ein Mittel, die eigenen Bedürfnisse und Erwartungen transparent zu machen und auf diesem Weg Missverständnissen vorzubeugen.

Klarheit verbietet Konjunktive

„Man müsste mal“ ist so das ziemliche Gegenteil von Klarheit. Wer mehr dazu lesen will, dem empfehlen wir das gleichnamige Buch von Dominic Multerer. Aus „Man müsste mal“ entspringt keine Handlung. Das ist WischiWaschi. Damit kann kein Mensch etwas anfangen. Beispiel gefällig? „Man müsste mal das Lager umorganisieren“ ist für Mitarbeitende keine klare Aussage. Klarheit braucht Ws: WER macht WAS bis WANN und bestenfalls sogar noch WARUM. Manchmal macht es auch Sinn, noch das WIE zu beschreiben, allerdings sollte diese im Sinn der Eigenverantwortung oft auch beim Empfänger liegen oder zumindest im Team besprochen werden. Auf den konkreten Fall bezogen, ist folgende Aussage der zuständigen Führungskraft denkbar: „Wir hatten in den letzten fünf Wochen Engpässe beim Werkstoff XY, weswegen wir die Lagerhaltung umorganisieren wollen (Warum). Deshalb möchte ich, dass eine Projektgruppe aus den Teamleitern des Einkaufs und der Lagerhaltung (Wer) ein Konzept zur besseren Verfügbarkeit mit verschiedenen Handlungsalternativen erstellt (Was). Bei der nächsten Bereichsleitersitzung in vier Wochen (Wann) wird die Projektgruppe ihre Ergebnisse dann bitte präsentieren. Wenn Sie Fragen zur konkreten Umsetzung haben (Wie) können wir uns gerne dazu morgen für eine Stunde zusammensetzen, um hier noch etwas ins Detail zu gehen.“

Wertschätzung und Klarheit gehören zusammen

Diese Aussage ist beides: klar und wertschätzend. Eine für uns unschlagbare Kombination im beruflichen Miteinander: Wertschätzung und Klarheit gehören zusammen. Wenn du es schaffst deinen Standpunkt klar und gleichzeitig auf wertschätzende Art und Weise rüberzubringen, dann hast du den kommunikativen Olymp erklommen.

Manche Menschen glauben, Wertschätzung bedeute Zuckerguss. Auch kritische Aussagen ein bisschen damit zu überziehen, damit sie „süßer“ rüberkommen. Für mich bedeutet es Wertschätzung, wenn jemand ehrlich, offen, transparent und damit – ja was: klar ist. Wertschätzung bedeutet einen ruhigen Tonfall. Wertschätzung bedeutet die volle Konzentration auf unser Gespräch. Und Wertschätzung bedeutet auch, sich beim anderen zu versichern, dass man ihn richtig verstanden hat.

Wir wünschen viel Erfolg mit einer klaren und wertschätzenden Kommunikation und sind immer sehr gespannt auf eure Erfahrungen 😉. Teil sie hier gern mit uns.